
Nach 9 Tagen in der Suedsee - genauer gesagt in Western Samoa - bin ich wieder zurueck in Neuseeland. Ich habe meinen "Praktikumsurlaub" dazu genutzt, um etwas Sonne zu tanken und in eine ganz andere Kultur reinzuschnuppern.
Nach einer Nacht in Auckland am Flughafen und einem reibungslosen Flug habe ich meinen ersten Tag auf der Insel in der Hauptstadt Apia (hat ca. 40.000 Einwohner, ist jedoch keine Stadt wie wir sie kennen, mehr ein langgezogenes Dorf) verbracht und mir Informationen rund um Land und Leute geholt. Am zweiten Tag hab ich mir dann ein Auto gemietet und bin einmal um die Insel gefahren. Hab mich etwas wie zu Hause gefuehlt, denn in Samoa wird auch auf der rechten Strassenseite gefahren. Ich musste jedoch recht vorsichtig fahren, die Strasse gehoert in Samoa allen und daher sitzen dort oefters Menschen auf der Strasse, es laufen Hunde und Schweine darauf herum und die Samoaner sind nicht gerade die besten Autofahrer, da sie nichtmal einen Fuehrerschein haben muessen.
Ich habe auf der Rundfahrt viele schoene Orte gesehen, am besten hat es mir in Lalomanu gefallen und daher habe ich mich dazu entschieden, die folgenden Tage direkt am Strand zu verbringen.
Da die Kosten fuers Taxi relativ teuer sind, bin ich mit dem oeffentlichen Bus gefahren. In Samoa hat beinahe jedes kleine Dorf mindestens einen Bus und die fahren taeglich in die Hauptstadt - das Busnetz ist also sternfoermig aufgebaut und teilweise macht das sehr wenig Sinn.
Es gibt einen Busfahrplan, der Fahrer kann diesen aber je nach Lust und Laune abaendern und so gehoert Warten mit zum Geschaefft fuer die Fahrgaeste. Bis mein Bus nach Lalomanu aufgetaucht ist, sind allein eineinhalb Stunden (!!) vergangen. Der Fahrer hat dann noch ne weitere Stunde Leute in der Stadt eingesammelt und hat sich dann langsam aus der Stadt herausbewegt. Er musste dann allerdings noch zum Tanken und die meisten Samoaner haben noch Brot usw. besorgt... Im Endeffekt hab ich mit dem Bus 5 Stunden gebraucht fuer ne Strecke die ich am Tag zuvor in etwas mehr als einer Stunde gefahren bin. War aber trotzdem witzig und ein Erlebnis, die Bussse sind alle bunt bemalt und es laeuft laute (teilweise zu laute) Musik waehrend der Fahrt.
Eigentlich hatte ich vor, 3 Tage am Strand zu verbringen und wollte anschliessend auf die zweite Insel (Savai'i) rueberschauen. Wg. dem relativ unsicheren Faehrplan (ich haette am Dienstag zurueck muessen und da fahert wohl nur eine recht kleine an diesem Tag), hab ich den Strandurlaub dann aber auf 5 Tage ausgedehnt. Ich hab 10 Meter vom Strand weg in einem Fale (im Prinzip eine sehr einfache Huette am Strand, es gab Licht darin und eine Matratze - das war's!) uebernachtet und war oft im Meer schwimmen und schnorcheln. Beim Schnorcheln bin ich mir wie bei "Findet Nemo" vorgekommen - in den Korallen nur wenige Meter vom Ufer entfernt sind jede Menge Fische zu Hause, in den schoensten Farben.
Am Dienstag hab ich mich dann wieder in Richtung Stadt aufgemacht. Der erste Bus faehrt laut "Plan" um 5.30 Uhr - im Endeffekt bin ich um 6.45 Uhr eingestiegen. Habe mich ueber das furehe (unnoetige) Aufstehen geaergert.
In der Stadt hab ich dann das Grabmahl von Robert Louis Stevenson (Autor der "Schatzinsel") besucht und bin auf dem Rueckweg ziemlich nass geworden nachdem es angefangen hat, in Stroemen zu schuetten. Das Wetter kann sich wirklich schlagartig aendern, innerhalb von einer Stunde hat es sich nach strahlendem Sonnenschein zugezogen und zu schuetten begonnen. War aber auch ganz angenehm, das Laufen in der Hitze und der Sonne war anstrengender!
Zurueck im Hostel habe ich dann noch nen Deutschen kennengelernt und mit ihm den Abend und den naechsten Tag bis zur Fahrt zum Flughafen verbracht. Wir waren noch in Samoas Nationalmuseum (3 kleine Raeume...) und ich hab den Bus um 14 Uhr genommen. Diesesmal war er relativ peunktlich und ich musste noch knappe 6 Stunden bis zum Abflug rumbringen. Auf dem Flughafen (am Airport Memmingen ist definitiv mehr los - gestern sind insgesamt 3 Fluege von Samoa aus gestartet) hat ich dann riesig Glueck und noch ne weitere Deutsche getroffen, die ich schon zweimal in Neuseeland getroffen hab. Wir konnten die Zeit daher recht gut rumbringen und mitlerweile bin ich wieder gut angekommen.
Samoa war fuer mich ein komplett neues Land - von der Metalitaet, der Kultur, vom Handeln und auch von der Landschaft und der Lebensweise habe ich viele neue Eindruecke gewonnen.
Generell sind die Leute dort recht arm und ihre Haeuser sind in ziemlich schlechtem Zustand. Viele Samoaner sind arbeitslos, ausser in der Landwirtschaft, im Bau und im Transportwesen (es gibt wahnsinnig viele Taxen) gibt es kaum Arbeitsstellen.
Jedes Dorf ist ein eigener Stamm und die Bewohner eines Dorfes geben ihre Einkuenfte dem Chief und der verteilt dann an die Bewohner um.
Die Leute haben dort ein ziemliches Muellproblem, der Muell nur ungeregelt abgeholt und viele Verpackungen, Tueten usw. landen einfach im Strassengraben. Das Leben haengt dort einige Jahre dem uns bekannten hinterher.
Die Reise hat sich aber auf jeden Fall gelohnt, ich hab viele neue Impressionen gewonnen und was ganz Neues gesehen nachdem ich in Neuseeland mittlerweile schon ziemlich rumgekommen bin.
Dieses Wochenende werde ich in Auckland verbringen und dann geht's auf zum Schlusssprint im Praktikum - 3 Wochen verbleiben und dann geht's ab auf die Nordinsel fuer 10 Tage und die letzten zwei Wochen meiner Reise werde ich in Australien (zwischen Sydney und Melbourne) reisen.